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Sehr geehrte
Frau Bürgermeisterin,
sehr geehrte Mitarbeiter der Verwaltung,
liebe Kolleginnen und Kollegen,
meine sehr geehrten Damen und Herren,
die Verabschiedung
des Haushalts 2009 erfolgt in einer Zeit, in der die Banken-
u. Finanzkrise überall Tagesthema ist.
Inzwischen hat die Krise auch auf die Wirtschaft übergegriffen.
Das Schreckgespenst einer weltweiten Rezession geht nicht
nur um, sie hat die Wirtschaft bereits im Griff.
Einige
Gemeinden in unserem Landkreis haben das alljährliche
wiederkehrende und mit Spannung erwartete Ereignis „Verabschiedung
des Haushalts“ bereits hinter sich.
Dass auch anderorts eher Tränen vergossen, als Jubelschreie
ausgestoßen werden, kann man den Überschriften
der lokalen Presseberichte entnehmen: „ der Gemeinderat
verordnet schmerzhaft Maßnahmen“, „Investitionen
auf absoluten Minimum“.
Diese und weitere inhaltliche Überschriften zeugen von
der allgemeinen und teilweise flächendeckend schlechten
Finanzlage der Kommunen. Mittlerweile eher vertraute und häufig
benutzte Begriffe und Floskeln beherrschen den Wortschatz
des Jahres: „Haushaltskonsolidierung, bürgerschaftliches
Engagement, Streichen, Kürzen, Zwang den Gürtel
enger zu schnallen und die abgedroschene, aber alles beherrschende
Frage: „ Pflicht oder Freiwillig?“
Wer sich,
auch nur ein bisschen mit dem vorliegenden Werk des Haushalts
befasst hat, wird sehr rasch erkennen, dass so angenehme Worte
wie: „Bewegungsfreiheit und Gestaltungsspielraum in
Zukunft nur noch extrem selten benutzt werden können.
An dieser
Stelle ein herzliches Vergelt´s Gott an unserem Kämmerer
Herrn Wittenzellner für die umfangreichen Informationen
und die Erstellung des großen Zahlenwerkes.
Der Hauptausschuss hat in vielen Sitzungen versucht die Investitionen
einzugrenzen und hat viele Streichungen vorgenommen.
Die Amtszeit
unserer Bürgermeisterin ist in eine sehr schwere Zeit
gefallen.
Der Investitionsstau
schlägt voll durch und der Haushalt ist eigentlich nur
von Kanalbaumaßnahmen geprägt. Ich möchte
nur erinnern welche Baumaßnahmen noch notwendig sind,
die aber im Finanzplan der Jahre 2010-2012 nicht enthalten
sind. Es sind voraussichtlich noch zusätzlich ca. 10
Mio. Euro Eigenmittel notwendig.
Alles
was jetzt und in Zukunft kommt, tut dem Haushalt weh und ist
eine Aufarbeitung der letzten Jahre.
Unser
Haushalt der Stadt wird im Verwaltungshaushalt mit 18.924.000,00
Euro und im Vermögenshaushalt mit 6.450.000,00 Euro abschließen.
Die Stadtwerke
im Haushaltsplan beim Verwaltungshaushalt mit 2.854.000 Euro
und im Vermögenshaushalt mit 2.448.000 Euro.
Hier zeigt
sich bereits, dass die Stadtwerke ziemlich gut dastehen, wenn
man die Ausgaben für die Photovoltaikanlagen längerfristig
sieht.
Was man beim städtischen Haushaltsplan nicht sagen kann,
wenn man sieht, dass wir 2008 Schulden abbauen konnten wird
heuer eine Neuverschuldung sprich Kreditaufnahme von ca. 3
Mio. Euro notwendig sein!
Die notwendige Zuführung von 1.5Mio Euro ist um 2 Mio.
Euro niedriger wie im Jahre 2008.
Meine
sehr verehrten Kolleginnen und Kollegen, ich möchte Sie
nicht länger mit den Zahlen überschütten, denn
ich glaube dass der Kämmerer bei seinem Vorbericht und
seinem Vortrag genügend Zahlenmaterial geliefert hat
und Sie jedem bekannt sind, aber ich möchte noch gerne
einige Fakten und Themen anschneiden die für die FWG
Fraktion besonders wichtig sind:
Steuereinnahmen
2009
Über
den Planungen der Steuereinnahmen schwebt das Demoklesschwert
Rezession.
Die Gewerbesteuerentwicklung ist lokal zu sehen. Mit der Gewerbesteuerreform
und der verbesserten Konjunktur zahlen in 2007 und 2008 mehr
Gewerbebetriebe Gewerbesteuer. Da in 2009 noch vor der Wirtschafts-
u. Finanzkrise liegende Jahre gewerbesteuermäßig
abgerechnet werden, gehen wir auch dieses Jahr noch von etwa
gleich bleibenden Einnahmen gegenüber dem Rechnungsergebnis
von 2008 aus.
Ab 2010
werden die Gewerbesteuer- und Einkommensteuerbeteiligungen
extrem zurückfallen.
Personalausgaben
– Stellenplan
Das vom
Stadtrat in Auftrag gegebene Organisationsgutachten müsste
bald im Weißdruck erscheinen. Wir sind sehr gespannt,
welche Einsparpotentiale aufgedeckt werden können.
Wo können wir mittelfristig den Verwaltungshaushalt entlasten,
denn nahezu ca. 23% der Gesamtkosten werden von den Personalkosten
beansprucht.
Schulen- Freibad – Eisstadion – Kindergärten
Die Schulen
in unserer Stadt sind sehr wichtig und sind eine gewichtige
Säule für die Bildung und Entwicklung unserer Kinder.
Diese städtischen Aufgaben im Schul- u. Kindergartenbereich
sind immens, aber wir vermissen das notwendige Konnexitätsprinzip
aus staatl. Sicht. „Wer anschafft sollte auch bezahlen!“
Persönlich
sehr enttäuscht bin ich vom Konjunkturpaket. Ich finde
es eine Phrase, dass wir für die energetische Sanierung
der Grund- u. Hauptschule als Kreisstadt nicht zum Zuge gekommen
sind, wenn man sieht das Schulen wie z.B. in Gotteszell mit
nur mehr sehr wenigen Klassen ca. 900 000 Euro und Bodenmais
mit ca. 1,4Mio Euro bezuschusst worden sind. Politisch kann
ich das überhaupt nicht verstehen!!!
Wir werden
die nächsten Wochen mit diesem Thema Generalsanierung
der Grund- und Hauptschule an einem gemeinsamen Faden ziehen
müssen, um die maroden Einrichtungen wieder auf Vordermann
zu bringen.
Wir hoffen, dass wir dann wenigstens aus FAG-Fördermitteln
schöpfen können.
Das Freibad
wird ab Ende August saniert, die Investitionskosten von 1.2
Mio Euro sind bereits beschlossen und sind ein wichtiges Standbein
unseres Fremdenverkehrs. Mit der geplanten Solaranlage werden
wir auch Energie einsparen können.
Zum Eisstadion
möchte ich heute absichtlich nur soviel sagen, dass die
„Erfordernisse“ zum Umbau und zur Sanierung nach
wie vor nicht ganz klar sind, so dass sich das Eissportzentrum
als die große Unbekannte im Haushalt darstellt!
Kindergärten
Wenn sich
der Abwärtstrend bei den Neugeborenen weiter nach unten
entwickelt und der demographische Faktor durch Abwanderung
von Einwohnern so weiter geht, unsere Stadt hat in den letzten
Jahren etwa 200 Bürger verloren, dann müssen wir
rechtzeitig die Zeichen erkennen und auch die notwendigen
Weichen stellen.
Haushaltssicherungskonzept
Zur nachhaltigen
Haushaltssicherung stehen uns nach Meinung der FWG, im wesentlichen
drei Möglichkeiten zur Verfügung:
An erster
Stelle steht die Reduzierung von Aufwendungen. Darunter fallen
z.B. die Streichung bzw. Reduzierung von freiwilligen Leistungen,
die Überprüfung von Förderrichtlinien und die
Überprüfung sämtlicher neuer Investitionen
im Hinblick auf notwendige Standards und die hierdurch entstehende
Belastung künftiger Ergebnishaushalte.
Erinnern möchte ich nur auf die teilweise nach den Haushaltssitzungen
gestellten Anträge von Stadträten, die dann oft
teilweise vom gesamten Stadtrat getragen wurden und zusätzlich
Mehrausgaben verursacht haben.
„Wo war da der Sparwille!“
An zweiter
Stelle möchte ich die Optimierung v. Betriebsabläufen
nennen. Dazu gehören natürlich weitere organisatorische
Maßnahmen, insbesondere zur Einnahmenverbesserung wäre
die konsequente Berechnung von Leistungen des Bauhofes gegenüber
Dritten zu durchleuchten.
An dritter
Stelle
Die nächsten Jahre werden uns zu einem nie gekannten
Sparzwang zwingen. Das Tabuthema „Schließung,
Verkauf oder die Reduzierung von Angeboten“ von städtischen
Einrichtungen wird dabei eine wichtige Rolle spielen.
Unserer
Meinung nach, muss auch das Landwirtschaftsmuseum in den Sparzwang
mit aufgenommen werden. Keine Nachbesetzung mehr wenn Herr
Dr. Bitsch in den Ruhestand geht, ebenso bei der städtischen
Bücherei.
Meine
lieben Kolleginnen und Kollegen, wir brauchen einen finanziellen
Freiraum um die Investitionen die in der Finanzplanung von
2010-2012 enthalten sind, auch durchführen zu können!!
Diese
Haushaltsplanungen stellen nicht nur die Mitarbeiterinnen
und Mitarbeiter vor neuen Herausforderungen, auch für
die gewählten Stadträte wird in vielen Bereichen
eine neue Sicht- u. Denkweise über den Parteigrenzen
hinweg erforderlich sein. Aber auch hier gilt es wieder gemeinsam
mit Bürgermeisterin, Mandatsträger und Verwaltung
durch vertrauensvolle und konstruktive Zusammenarbeit das
Beste für unsere Stadt umzusetzen.
Zum Ende
meiner Haushaltsrede darf ich mich bei allen bedanken,
bei Ihnen Frau Bürgermeisterin für die sehr gute
Zusammenarbeit,
bei den Kolleginnnen und Kollegen des Stadtrates, insbesondere
bei Herrn Gürster und dem Kämmerer Herrn Wittenzellner
sowie bei allen
Mitarbeitern innerhalb der Verwaltung,
die an der Erstellung des Haushaltsplanes 2009 mitgewirkt
haben.
Der Dank meiner Fraktion gilt auch allen unseren Bürgerinnen
und Bürgern, sowie unseren Firmen, Institutionen, Arbeitern
und vor allem den ehrenamtlich tätigen Personen in unserer
Heimatstadt.
„Die
FWG-Fraktion stimmt dem Haushalt und der Finanzplanung einstimmig
zu.“
Herzlichen
Dank für die Aufmerksamkeit.
Rankl
Werner
Fraktionssprecher FWG
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